| Suche  Suche starten

ReFood eröffnet gas-to-grid-Biogasanlage in UK

 

 

Eröffnung Widnes

26.06.2014, 

ReFood entsorgt Lebensmittelreste nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas. Am 18. Juni 2014 hat das Unternehmen seine zweite Biogasanlage in UK in Betrieb genommen. Die Anlage in Widnes im Nordwesten von England mit einer Kapazität von jährlich 120.000 Tonnen ist die größte ihrer Art in UK: Sie produziert keinen Strom, sondern wird Erdgas direkt ins öffentliche Netz einspeisen. ReFood ist Teil der SARIA-Gruppe, die in UK an 6 Verarbeitungs- und Sammelstandorten insgesamt rund 670.000 Tonnen tierische Nebenprodukte und organische Reststoffe verarbeitet.

Die 20-Millionen Pfund Anlage wurde offiziell am 18. Juni eröffnet. Bei der Eröffnungsfeier waren neben Kommunalpolitikern und Industriekunden auch Norbert Rethmann, der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrates der RETHMANN-Gruppe, zu der auch ReFood gehört, anwesend. Ihm wurde die Aufgabe zuteil, die Steuereinheit zu enthüllen und per Knopfdruck den ersten Sammelcontainer in die Kippstation zu entleerte. Die Biogasanlage wird gewerbliche und kommunale Lebensmittelreste verwerten, die ReFood bei Kommunen und Unternehmen in einem Radius von 50 Meilen um Widnes herum einsammelt. Daraus entstehen pro Jahr 180 Millionen Kilowattstunden Biomethan für das öffentliche Netz, denn die neue Anlage nutzt die sogenannte gas-to-grid-Technologie. “Es ist europaweit das erste Mal, dass ReFood in die sogenannte Gas-to-grid-Technologie investiert“, kommentiert Franz-Bernhard Thier, der als Vorstand der SARIA-Gruppe für die Entwicklung von ReFood in UK zuständig ist. „Die Entscheidung, das Biogas nicht über Blockheizkraftwerke in Strom umzuwandeln, sondern direkt einzuspeisen, ist das Ergebnis einer intensiven Analyse aller technischen Optionen mit dem Ziel, in die nachhaltigste und effizienteste Technik zu investieren“, ergänzt Paul Morris, der als Mitglied der Geschäftsführung bei SARIA UK die Anlagenentwicklung verantwortet.

Pilotprojekt mit Signalwirkung
Andy Smith, CEO von SARIA UK, betonte bei der Eröffnung in Widnes, dass der Standort mit der ersten in UK fertig gestellten gas-to-grid-Biogasanlage in dieser Größe musterhaft die Möglichkeiten der Biogastechnologie in UK und Europa verdeutlicht. „Ich bin sehr erfreut, dass die Anlage in Widnes nun zu unserem Portfolio der verschiedenen Recycling-Technologien für die Verarbeitung von Lebensmittelresten gehört“, sagte er. „Als unsere erste aktive gas-to-grid-Anlage ist das ein Pilot-Projekt sowohl innerhalb der SARIA-Gruppe als auch in der Biogas-Branche in UK und Europa. Lebensmittelreste sind eine wichtige Ressource. Ihr Potenzial müssen wir durch die Nutzung innovativer Technologien maximieren.“ Seit der Eröffnung der ersten ReFood-Anlage 2011 in Doncaster konnte ReFood UK einen positiven Trend bei der Nachfrage nach Entsorgungsdienstleistungen für Lebensmittelreste verbuchen. „Die Vergärung solcher organischer Reststoffe ist der perfekte Baustein für ein regionales Verwertungsmodell“, so Smith weiter. Auch das Gärprodukt am Ende des Prozesses ist nachhaltig: Als hochwertiger organischer Dünger dient es der Landwirtschaft für die Produktion von neuen Lebensmitteln. Er ist besonders nachhaltig, da gegenüber mineralischen Düngemitteln weder enorme Energiemengen noch begrenzte verfügbare Rohstoffe wie zum Beispiel Phosphor zur Herstellung verbraucht werden. Smith: „Der Nordwesten von England ist ein wichtiger Produktions- und Umschlagplatz der Lebensmittelindustrie in UK. Das macht Widnes zum perfekten Standort für uns und unsere bestehenden Verarbeitungsanlagen für Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie.“

Das ReFood-System
Seit Ende der 80er Jahre besteht das spezialisierte ReFood-Entsorgungssystem für Küchen- und Speisereste, überlagerte Lebensmittel sowie gebrauchte Frittierfette aus Gastronomie, Handel und Industrie. Für Kunden stehen Sammelbehälter mit 120 oder 240 Litern Fassungsvermögen zur Verfügung sowie spezielle 90-Liter-Behälter für ausgediente Frittieröle. Bei jeder Entsorgung tauschen Mitarbeiter die Behälter stets gegen von innen und außen gereinigte Tonnen aus. Die Abholrhythmen und  zeiten vereinbaren Kunden dabei individuell mit ReFood. Dank digitaler Vernetzung mit den Niederlassungen können die Fahrer auch kurzfristig auf geänderte Entsorgungsmengen eingehen oder flexibel neue Anfahrtsstellen in ihre Fahrtroute aufnehmen – etwa bei einem Tiefkühlschaden in einem Supermarkt. Mobile Lesegeräte der Mitarbeiter beim Einsatz gewährleisten die lückenlose Rückverfolgbarkeit der ReFood-Dienstleistungen. Jährlich sammelt ReFood europaweit so über 880.000 Tonnen Speisereste.

Investment
ReFood betreibt Biogasanlagen in Deutschland und Frankreich sowie Großbritannien. Die Anlage in Widnes ist die elfte Biogasanlage im Portfolio des Unternehmens und Teil des Investitionspaketes in Höhe von 91 Millionen Pfund, das SARIA in seine UK-Standorte investiert. Im Januar 2014 haben die Bauarbeiten am ReFood-Standort in Doncaster begonnen. Die Biogasanlage dort – die erste des Unternehmens in UK – soll erweitert werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird ReFood in Doncaster in der Lage sein, 160.000 Tonnen Lebensmittelreste pro Jahr anzunehmen und somit fünf Megawattstunden Energie zu generieren. Im November 2013 hat sich das Unternehmen zudem die Planungszusage für eine ähnlich große – die dann dritte – Biogasanlage in Dagenham gesichert. Für diese Anlage mit einer Kapazität von 160.000 Tonnen pro Jahr sollen die Bauarbeiten 2015 starten.

 

Bild (v.l.n.r.): Norbert Rethmann, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der RETHMANN-Gruppe, eröffnet zusammen mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Ellen Cargill und Anthony De Mulder, Mitgesellschafter von SARIA UK, den neuen Standort in Widnes.

 




Impressum | Datenschutzhinweise | © SARIA A/S GmbH & Co. KG